Wintersport in Connewitz

Schwere Krawallen zwischen Polizei und Antifa bei Nazi-Demo in Leipzig.

 

Am 12. Dezember 2015 kam es im Leipziger Stadtteil Connewitz zu schweren Ausschreitungen und Krawallen zwischen der Polizei und Linksautonomen. Bis in den späten Abend lieferten sich Demonstranten und  Polizei schwere Straßenschlachten, bei denen neben Wasserwerfern und Räumpanzern, auch vermehrt CS-Gas eingesetzt wurde. Grund hierfür war eine angemeldete Demonstration der rechtsextremen “Offensive für Deutschland”, welche sich hauptsächlich aus Anhängern der Partei “Die Rechte”, sowie von Teilen der rechtspopulistischen Vereinigung “Thügida” zusammensetzte.

Verwüstete Straßenzüge, ausgebrannte Mülltonnen, eingeschlagene Ladenfenster: Der Stadtteil Connewitz, sowie Teile der Leipziger Südstadt glichen nach den schweren Krawallen vom 12. Dezember 2015 einem Schlachtfeld. Nur durch den massiven Einsatz von Tränengas, Wasserwerfern, Räumpanzern und Leuchtkugeln, konnte die Polizei die Ausschreitungen eindämmen. Laut dem Polizeibericht wurden dabei 69 Polizeibeamte verletzt, es gab 23 Festnahmen, darunter auch der Jenaer Jugendpfarrer Lothar König, der für seine Aktionen gegen rechts bekannt ist. Auch auf den Seiten der Demonstranten gab es unzählige Verletzte, genauere Zahlen liegen allerdings noch nicht vor.

Die große Frage ist nun, wie es überhaupt so weit kommen konnte, obwohl die Demonstration der rechtsextremen “Offensive für Deutschland”  angemeldet und die Polizei im Vorfeld informiert war. Laut einem Interview mit dem Dresdner Extremismusforscher Werner Patzelt für die Zeitung “Die Welt”, hätte man bereits im Vorfeld wissen müssen, dass es zu derartigen Ausschreitungen kommen würde. Leipzig gelte neben Berlin und Hamburg zu den “Zentren des Linksextremismus in der Bundesrepublik.” Die beiden aneinandergrenzenden Leipziger Stadtteile Connewitz und Südvorstadt sind bereits seit den 1990er Jahren fest in linker Hand. Schon kurz nach der Wende etablierten sich in beiden Stadteilen alternative Wohn- und Lebensformen. Laut der Zeitung “die Welt”, gelte Connewitz in Sicherheitskreisen als “No-Go-Area”.

Noch am Tag der Demonstrationen hagelte es Kritik von allen Seiten. Der Fraktionschef der Linken in Sachsens Landtag, Rico Gebhardt, sprach von einem “massiven und unverständlichem Vorgehen der Polizei gegen friedliche Demonstrierende.” Auch Leipzigs OB Burkhard Jung (SPD) verurteilte den Polizeieinsatz als “offenen Straßenterror.” Die sächsiche Polizei reagierte eher zynisch auf die entgegengebrachte Kritik. „Mit 50 Verstößen gegen das StGB, BtMG, SprengstoffG und Versammlungsgesetz, 23 Gewahrsamsnahmen, 69 verletzten Beamten [..], mehreren verletzten Protestteilnehmern, 50 beschädigten Dienstfahrzeugen [..], wird das Ausmaß des heutigen Gewaltexzesses greifbar. In Betrachtung dieser Zahlen ist dem Statement des Oberbürgermeisters Burkhard Jung nichts hinzuzufügen.” Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) stärkte den Beamten den Rücken. „Wer Polizisten angreift, weil er unsere Rechtsstaatlichkeit ablehnt, wird diese in aller Härte zu spüren bekommen“, hieß es in einer Mitteilung von Ulbig.

Der Wissenschaftler Patzelt hält  die Empörung von Leipzigs Bürgermeister für unglaubwürdig. Im Grunde hätte sich nichts neues ereignet, so Patzelt. „Solange es um die viel gelobte Leipziger Abwehr von LEGIDA ging, schien er Gewalt gegen Rechts billigend in Kauf zu nehmen.” (Quelle: die Welt)

Manch ein Connewitzer sah die Ausschreitungen allerdings etwas anders: „Ohne die Bullen wäre es nie soweit gekommen. Hätte man die (Linken)  machen lassen, dann wäre das die letzte Demo der Nazis in Connewitz gewesen. Dann wär hier Schicht!”, so ein Anwohner der die Szenerie aus sicherer Entfernung vom Straßenrand aus beobachtete.

Am Ende bleibt ein bleierner Nachgeschmack. Viele Connewitzer zogen am Tag nach den Krawallen ein bitteres Resümee. Auf einer Facebook-Seite “Mein Connewitz” schrieb man: „Was uns einen muss, ist der massive, aber friedliche Protest gegen Nazis und rechtsextreme Menschenfeinde. Zerstörung und Gewalt hilft nicht weiter – und kann es nicht sein.”

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(Quellen: die Welt, Leipziger Volkszeitung, Mein Connewitz FB-Seite, Pressebericht Polizei Leipzig)

Fotos & Text, Interview mit Passant: Max Marquardt

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